Das Aufstehen aus dem Sitzen gilt in der Gerontologie als eine der aussagekräftigsten Einzelbewegungen für den Gesundheitszustand älterer Menschen. Der sogenannte Sit-to-Stand-Test, bei dem gemessen wird, wie oft eine Person in 30 Sekunden aus einem Stuhl aufstehen kann, korreliert direkt mit Sturzrisiko, Muskelkraft und allgemeiner Mobilität. Wer diese Bewegung sicher und kraftsparend ausführen kann, bleibt länger selbstständig. Wer sie meidet oder einschränkt, verliert Kraft und Selbstvertrauen schneller als durch jeden anderen einzelnen Faktor.
Das Problem: Ab dem 65. Lebensjahr verlieren die meisten Menschen jährlich 1 bis 2 Prozent ihrer Muskelmasse, ein Prozess, der sich durch Inaktivität weiter beschleunigt. Gleichzeitig verschlechtert sich die Gleichgewichtsregulation, und viele ältere Menschen entwickeln eine ausgeprägte Sturzangst, die sie dazu veranlasst, Bewegungen noch weiter zu reduzieren. Das Aufstehen wird zum Risikomoment, das vermieden wird, was die Situation langfristig verschlechtert.
Eine Elektrische Aufstehhilfe für ältere Menschen unterbricht diesen Kreislauf. Sie hebt die Sitzfläche per Knopfdruck langsam und kontrolliert an, sodass die Person in eine Position gebracht wird, aus der das Aufstehen erheblich weniger Kraft und Gleichgewichtskontrolle erfordert. Das reduziert das Sturzrisiko, schont Gelenke und Rücken und gibt älteren Menschen die Möglichkeit, die Bewegung täglich sicher und ohne fremde Hilfe auszuführen.
Selbstständigkeit beim Aufstehen ist keine Kleinigkeit. Sie ist der Schlüssel zu einem unabhängigen Alltag.
Warum das Aufstehen aus dem Sitzen so anspruchsvoll ist
Das Aufstehen aus einem tiefen, weichen Sitz ist biomechanisch eine der belastendsten Alltagsbewegungen. Sie erfordert das koordinierte Zusammenspiel von Oberschenkelmuskulatur, Hüftstreckern, Rumpfstabilisatoren und Gleichgewichtsreflexen. Der Körperschwerpunkt muss von einer stabilen Sitzposition über eine kurze Phase der Instabilität in den Stand überführt werden, ohne dass der Betroffene kippt oder greift.
Bei jüngeren, gesunden Menschen geschieht das automatisch. Bei älteren Menschen mit verminderter Muskelkraft, eingeschränkter Gelenkbeweglichkeit oder Gleichgewichtsproblemen ist genau diese Übergangsphase der kritische Moment. Viele Stürze passieren nicht beim Gehen, sondern beim Aufstehen, und das aus dem vermeintlich sicheren Sessel oder Sofa.
Die Sitzhöhe ist dabei der entscheidende Parameter. Ein niedriger Sitz zwingt den Körper in eine tiefe Hüftbeugung, aus der heraus erheblich mehr Kraft benötigt wird, um den Körperschwerpunkt nach vorne zu verlagern und in den Stand zu kommen. Ein erhöhter Sitz reduziert diese Anforderung drastisch. Studien zeigen, dass eine Sitzhöhe von 110 bis 120 Prozent der Unterschenkellänge die muskuläre Belastung beim Aufstehen um 30 bis 40 Prozent reduziert im Vergleich zu einem tiefen Standardsitz.
Eine elektrische Aufstehhilfe nutzt genau dieses Prinzip. Sie hebt den Sitz auf die für die jeweilige Person optimale Ausgangshöhe an, bevor die Aufstehbewegung beginnt. Das Gleichgewicht bleibt kontrollierbar, der Kraftaufwand sinkt, und die Bewegung kann langsam und sicher abgeschlossen werden. Ein stabiler Sitz, der sich nicht wegrollt, und Armlehnen in der richtigen Höhe ergänzen das System zu einem vollständig unterstützten Aufstehvorgang.
Der VELA-Stuhl als Alles-in-einem-Aufstehhilfe für den gesamten Alltag
Viele Aufstehhilfen sind auf einen einzigen Einsatzort fixiert. Ein Toilettenstützgestell hilft im Badezimmer. Ein Bettgalgen hilft am Bett. Ein Katapultsitz hilft im Wohnzimmer. Wer an mehreren Stellen im Haus Unterstützung braucht, benötigt entsprechend viele Einzellösungen, die jeweils angepasst und gewartet werden müssen.
Der VELA-Stuhl arbeitet nach einem anderen Prinzip. Er ist eine mobile Alles-in-einem-Lösung, die in jedem Raum eingesetzt werden kann. Vier leichtgängige Rollen ermöglichen es, im Sitzen von Raum zu Raum zu trippeln. Die Zentralbremse fixiert den Stuhl in Sekunden, überall in der Wohnung. Die elektrische Höhenverstellung hebt die Sitzfläche auf Knopfdruck, ob am Bett, am Esstisch, in der Küche oder im Badezimmer.
Das bedeutet konkret: Morgens steht der Stuhl neben dem Bett und unterstützt den ersten Aufstehmoment des Tages. Dann begleitet er den Nutzer in die Küche, stellt sich auf Arbeitshöhe ein, ermöglicht das Frühstück und erleichtert das Aufstehen danach. Im Laufe des Tages folgt er der Person durch die Wohnung, ohne dass jedes Mal ein Hilfsmittelwechsel nötig wird.
VELA entwickelt seine Stühle seit über 50 Jahren mit direktem Beitrag von Physio- und Ergotherapeuten und hat über 500.000 Stühle weltweit im Einsatz. Eine Besonderheit des VELA-Stuhlkonzepts ist die stufenlose elektrische Höhenverstellung, die auch gezielt für Krafttraining eingesetzt werden kann: Die Sitzfläche wird so eingestellt, dass die Person gerade noch selbstständig aufstehen kann. Fühlt sich das sicher an, wird die Ausgangshöhe schrittweise abgesenkt. So wird die Muskulatur systematisch gefordert und gestärkt, während die Sicherheit jederzeit gewährleistet bleibt. Das macht den Stuhl nicht nur zu einem Hilfsmittel, sondern auch zu einem Trainingsgerät, das den Erhalt der Selbstständigkeit aktiv fördert.




