Jeannette Urzendowsky ist eine Berliner HNO-Ärztin, Sängerin und Schauspielerin. Auf der Bühne tritt sie unter dem Namen „Chanson-Nette“ auf und verbindet klassische Berliner Chansons mit Schauspiel, Kabarett und historischen Geschichten. Ihr Repertoire reicht von den 1920er-Jahren bis in die Gegenwart. Zugleich arbeitet sie medizinisch und engagiert sich dafür, an verfolgte jüdische Künstlerinnen und Künstler zu erinnern. Sie ist außerdem die Mutter der Schauspieler Sebastian und Lena Urzendowsky.
- Wer ist Jeannette Urzendowsky?
- Kindheit und musikalische Ausbildung in Berlin
- Die medizinische Laufbahn als HNO-Ärztin
- Wie aus der Ärztin „Chanson-Nette“ wurde
- Berliner Chansons mit Witz und historischem Hintergrund
- Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen
- Schauspiel und Filmauftritte
- Familie: Sebastian und Lena Urzendowsky
- Was über Vermögen, Größe und Privatleben bekannt ist
- Eine Berliner Laufbahn zwischen Medizin und Kleinkunst
- Häufig gestellte Fragen
- Lesen Sie auch
Wer ist Jeannette Urzendowsky?
Urzendowsky wurde 1961 in der Boxhagener Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain geboren. Ein genaues Geburtsdatum wurde in verlässlichen öffentlichen Quellen nicht genannt. Deshalb lässt sich ihr aktuelles Alter nur auf 64 oder 65 Jahre im Jahr 2026 eingrenzen. Der Tagesspiegel bezeichnete sie 2022 als 61-Jährige und bestätigte ebenfalls ihren Geburtsjahrgang sowie ihre Herkunft aus Friedrichshain.
Sie ist keine klassische Medienprominente, die regelmäßig in Unterhaltungssendungen erscheint. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre besondere Verbindung zweier Berufe: Auf der einen Seite steht ihre medizinische Tätigkeit als Fachärztin, auf der anderen ihre langjährige Arbeit als Chanson-Interpretin und Schauspielerin. Ihr Künstlername „Chanson-Nette“ greift dabei sowohl ihren Vornamen als auch die Musikrichtung auf, die ihr Programm prägt.
Kindheit und musikalische Ausbildung in Berlin
Jeannette Urzendowsky wuchs mit vier Geschwistern in Friedrichshain auf. Ihre Mutter arbeitete als Krankenschwester und legte nach Angaben ihrer Tochter großen Wert darauf, dass die Kinder Hochdeutsch sprachen. In der Schule nahm Urzendowsky jedoch schnell den Berliner Dialekt an. Dieser wurde später zu einem wichtigen Teil ihrer Bühnenfigur und ihrer Art, Berliner Lieder und Geschichten zu präsentieren.
Sie besuchte die damalige Händelschule, das heutige Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium, und legte dort ihr Musikabitur ab. Obwohl Musik bereits in dieser Zeit eine bedeutende Rolle spielte, entschied sie sich zunächst gegen eine direkte Künstlerlaufbahn. An der Humboldt-Universität zu Berlin studierte sie Medizin. Laut ihrer offiziellen Biografie qualifizierte sie sich später als Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Psychotherapie.
Während des Studiums gab sie die Musik nicht vollständig auf. Sie spielte zeitweise in einer Folk-Band, konzentrierte sich beruflich aber zunächst auf die Medizin. Diese Entscheidung bezeichnete sie später als richtig, auch wenn die Sehnsucht nach der Bühne nach einigen Semestern wieder stärker geworden sei.
Die medizinische Laufbahn als HNO-Ärztin
Nach ihrer Ausbildung arbeitete Urzendowsky als Ärztin in Berlin. Zur Zeit des Mauerfalls war sie im Klinikum Buch tätig. In einer Reportage des Tagesspiegels erinnerte sich die Familie daran, dass sie in jener Nacht im Krankenhaus arbeitete, weil zahlreiche Kolleginnen und Kollegen ausgefallen waren oder sich in den Westteil der Stadt begeben hatten.
Später führte sie eine eigene HNO-Praxis. Nach Angaben des Tagesspiegels arbeitete sie 2022 noch in Teilzeit in einer HNO-Gemeinschaftspraxis im Berliner Bergmannkiez. Ob und in welchem Umfang sie dort heute weiterhin praktiziert, ist nicht zuverlässig öffentlich dokumentiert.
Während der Corona-Pandemie übernahm sie zusätzlich Impfdienste. In einem Interview aus dem Jahr 2021 sprach sie ausführlich über ihre Erfahrungen in mobilen Impfteams und im Impfzentrum in der Arena Berlin. Sie beschrieb diese Arbeit als medizinische und zugleich gemeinschaftliche Aufgabe. Ein Teil ihrer Vergütung sollte nach ihrer Vorstellung Künstlerinnen und Künstlern zugutekommen, die durch die Pandemie ihre Auftrittsmöglichkeiten verloren hatten.
Wie aus der Ärztin „Chanson-Nette“ wurde
In den 1990er-Jahren beschäftigte sich Jeannette Urzendowsky wieder intensiver mit Chansons. Besonders interessierte sie das Berliner Kabarett der 1920er- und frühen 1930er-Jahre. Ab 1995 trat sie in Berliner Salons auf und präsentierte Texte und Lieder aus den Zwanzigerjahren sowie aus der Gründerzeit.
Um ihre Bühnenarbeit zu professionalisieren, nahm sie ab 1999 Schauspielunterricht. Hinzu kamen Gesangsunterricht, Tanztraining, Stepptanz und später Kameraseminare. Seit 2003 erhielt sie Engagements an Kleinkunstbühnen in Berlin und Brandenburg. Ihr erstes Soloprogramm mit dem Titel „Mir wär’ kein Sexappeal zu viel“ folgte 2005. Seit 2007 wirkte sie nach eigenen Angaben auch als Schauspielerin in verschiedenen Bühnenproduktionen mit.
Ihre Laufbahn entstand damit nicht aus einem plötzlichen Karrierewechsel. Vielmehr entwickelte sie die künstlerische Arbeit über Jahre parallel zu ihrem medizinischen Beruf. Gerade diese ungewöhnliche Verbindung unterscheidet sie von vielen anderen Chanson-Interpretinnen.
Berliner Chansons mit Witz und historischem Hintergrund
Als Chanson-Nette interpretiert sie Werke von Kurt Tucholsky, Erich Kästner, Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann, Robert Gilbert und Claire Waldoff. Dabei geht es nicht nur um bekannte Melodien. Urzendowsky verbindet die Lieder mit Moderationen, biografischen Informationen und zeitgeschichtlichen Zusammenhängen.
Zu ihren Programmen gehören die Friedrich-Hollaender-Revue „Süß und doof und ohne Portemonnaie“, die Robert-Gilbert-Hommage „Ich hätt’ getanzt heut’ Nacht“ und das Claire-Waldoff-Programm „Ach Jott, wat sind die Männer dumm!“. In „Warum nur hold und schön und rein?“ beschäftigt sie sich gemeinsam mit dem Musiker Tal Balshai mit Frauenbildern, gesellschaftlichen Erwartungen und Künstlerinnen, die sich gegen traditionelle Rollen auflehnten. Das Theater im Palais führt sie dabei ausdrücklich als Schauspielerin und Chanson-Interpretin.
Ihre Produktionen werden von wechselnden Bühnenpartnern begleitet. Dazu zählen unter anderem Henry Nandzik, Tal Balshai, Harry Ermer, Dirk Rave und Trio Scho. Auftritte führten sie laut eigener Biografie neben deutschen Spielorten auch nach Rom, Wien, Nizza, Genf und Namibia.
Erinnerungsarbeit gegen das Vergessen
Ein zentraler Bestandteil ihrer Bühnenarbeit ist die Erinnerung an jüdische Komponisten, Autoren, Sänger und Schauspieler, die vom nationalsozialistischen Regime verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden. Urzendowsky möchte nicht allein unterhalten, sondern auch erklären, wer hinter bekannten Chansons stand und unter welchen politischen Bedingungen diese Werke entstanden.
Der Tagesspiegel berichtete 2022, dass sie als Ehrenbotschafterin des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz und Bernburg an der Saale tätig ist. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Künstler wie Friedrich Hollaender, Werner Richard Heymann und Robert Gilbert. Viele ihrer Lieder wirken heiter, enthalten jedoch zugleich Kritik an Ausgrenzung, Antisemitismus, Gewalt und gesellschaftlicher Enge.
Diese Verbindung von Unterhaltung und historischer Vermittlung erklärt, weshalb sie ihre Programme nicht als nostalgische Rückblicke versteht. Die alten Texte sollen zeigen, wie aktuell Fragen nach Vielfalt, Gleichberechtigung und politischer Verantwortung geblieben sind.
Schauspiel und Filmauftritte
Neben ihren Bühnenproduktionen übernahm Urzendowsky auch einzelne Rollen vor der Kamera. Die offizielle Berlinale-Datenbank nennt sie in der Besetzung des deutsch-argentinischen Kurzfilms „El secuestro de la novia“. Der 30-minütige Film von Sophia Mocorrea wurde 2023 in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt. Welche konkrete Rolle Urzendowsky darin spielte, geht aus dem öffentlich zugänglichen Programmeintrag nicht hervor.
Ihre Schauspielarbeit ist dennoch vor allem mit dem Theater verbunden. Dort kann sie Gesang, Berliner Dialekt, Schauspiel und direkte Ansprache des Publikums zusammenführen. Anders als ihre Kinder verfolgt sie keine hauptsächlich auf Film und Fernsehen ausgerichtete Karriere.
Familie: Sebastian und Lena Urzendowsky
Jeannette Urzendowsky hat zwei Kinder, die beide bekannte Schauspieler geworden sind. Ihr Sohn Sebastian Urzendowsky wurde 1985 geboren und begann seine Filmkarriere bereits als Jugendlicher. Ihre Tochter Lena Urzendowsky, Jahrgang 2000, ist unter anderem durch „Kokon“, „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, „Jenseits der blauen Grenze“ und weitere Kino- und Fernsehproduktionen bekannt.
Auf ihrer offiziellen Website nennt Urzendowsky den Journalisten Christoph Stollowsky ihren Lebenspartner. Sie schreibt dort außerdem von insgesamt vier erwachsenen Kindern in der gemeinsamen Patchworkfamilie und vier Enkelkindern. Eine öffentliche Bestätigung über eine Eheschließung liegt nicht vor. Deshalb sollte Stollowsky nicht ohne Einschränkung als ihr Ehemann bezeichnet werden.
Bereits ein Tagesspiegel-Porträt aus dem Jahr 2014 stellte Jeannette, Sebastian und Lena als Berliner Künstlerfamilie vor. Trotz der prominenten Karrieren ihrer Kinder hält die Familie viele persönliche Einzelheiten aus der Öffentlichkeit heraus.
Was über Vermögen, Größe und Privatleben bekannt ist
Zu Einkommen oder Vermögen von Jeannette Urzendowsky gibt es keine belastbaren öffentlichen Angaben. Online veröffentlichte Schätzungen stammen häufig von nicht transparent arbeitenden Biografieportalen und sollten daher nicht als Tatsachen übernommen werden.
Ihre Körpergröße nannte sie 2021 in einem Tagesspiegel-Interview selbst mit 1,53 Metern. Über ihren Alltag, ihren Besitz oder einen angeblich luxuriösen Lebensstil liegen dagegen keine verlässlichen Informationen vor. Bekannt ist lediglich, dass sie seit dem Jahr 2000 mit ihrer Familie und Hunden im Südwesten Berlins lebt. Weitere private Details hat sie nicht öffentlich bestätigt.
Eine Berliner Laufbahn zwischen Medizin und Kleinkunst
Die Biografie von Jeannette Urzendowsky zeigt eine ungewöhnliche, aber konsequent aufgebaute Doppelkarriere. Medizin und Kunst stehen bei ihr nicht im Widerspruch: In beiden Bereichen sucht sie den unmittelbaren Kontakt zu Menschen. Während ihre ärztliche Tätigkeit auf gesundheitliche Betreuung ausgerichtet ist, verbindet ihre Bühnenarbeit Unterhaltung mit kultureller Erinnerung.
Auch Jahrzehnte nach ihren ersten Salonauftritten entwickelt sie neue Programme und arbeitet mit unterschiedlichen Musikern und Theatern zusammen. Ihr Profil bleibt dabei unverkennbar Berlinerisch, ohne sich allein auf Dialekt oder nostalgische Bilder der Hauptstadt zu beschränken.
Häufig gestellte Fragen
Wie lautet der Künstlername von Jeannette Urzendowsky?
Sie tritt unter dem Namen „Chanson-Nette“ auf. Der Name verbindet ihren Vornamen mit dem Chanson als zentraler Musikform ihrer Programme.
Ist Jeannette Urzendowsky Ärztin?
Ja. Sie studierte Medizin an der Humboldt-Universität und qualifizierte sich als Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Psychotherapie.
In welchem Film spielte sie mit?
Sie gehört zur Besetzung des Kurzfilms „El secuestro de la novia“, der 2023 bei der Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino gezeigt wurde.
Hat Jeannette Urzendowsky einen Instagram-Account?
Sie veröffentlicht Beiträge zu Auftritten und Bühnenprojekten unter dem Profilnamen „chanson.nette“. Ein umfangreiches öffentliches Influencer-Profil betreibt sie nicht.
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